Werdegang
Ich bin Dresdner, aber nicht aus dem Dresden der Frauenkirche, sondern aus Prohlis, einer Plattenbausiedlung. Dort hatte ich eine großartige Kindheit: fünfmal die Woche Kanu-Rennsport am Blauen Wunder, später Jugendclub und FDJ-Ordnungsgruppe. Ich fiel auf, weil ich groß war und nie den Mund halten konnte. Beides hat sich bis heute nicht geändert.
Mit achtzehn, wenige Wochen nach dem Mauerfall, wollte ich den Osten mitgestalten und trat in die PDS ein. Nach einem Abend mit meinen weinenden Eltern trat ich sofort wieder aus. Erst mit Abstand habe ich verstanden, dass der Staat meiner schönen Kindheit eine Diktatur war. Diese Erkenntnis war schmerzhaft, aber sie gehört zu mir.
Ich wurde Berufssoldat, wechselte als einer der Ersten von der NVA zur Bundeswehr, bis ein schwerer Unfall diesen Weg beendete. Seitdem trage ich die Folgen sichtbar mit mir. Danach habe ich mein Geld in der Wirtschaft verdient: als Gastronom, im Stahlbau, am Bau und viele Jahre in der Lebensmittelbranche. Mit meiner Frau und unseren zwei Söhnen haben wir auch Zeiten erlebt, in denen das Geld fürs Essen knapp war. Aufgegeben haben wir nie.
Politisch suchte ich lange eine Heimat, die den Osten wirklich vertritt. 2006 trat ich erneut in die PDS ein, die dann in der westdeutschen Linken aufging und sich immer weiter von den Sorgen der Menschen im Osten entfernte. 2014 saß ich zum ersten Mal an einem AfD-Stammtisch und erlebte echte Diskussion statt Echokammer. Noch in derselben Nacht wechselte ich die Partei.
Ich bin kein Jurist, kein Akademiker und kein Berufspolitiker. Ich bin einer aus dem Osten, der weiß, wie es ist, wenn etwas plötzlich vorbei ist, und der gelernt hat, wieder aufzustehen.